Mittwoch, 28. November 2018

Man lernt nie aus!

Halli-hallo,

nach 12 langen Jahren auf der Schulbank, ist man einfach nur froh, wenn diese Zeit hinter einem liegt und man endlich arbeiten kann. Sicherlich bekommt man öfter von den Eltern zu hören, dass die Schulzeit die beste Zeit im Leben ist und man diese unbedingt genießen sollte, aber das wollen wir in diesem Moment nicht hören. :D Nach unzähligen Kontrollen und Klausuren war ich an einem Punkt, dass es mir echt reichte.

Nun habe ich im August die Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen und - zu meinem Pech - geht das leidige Thema Schule auch hier weiter. Für den theoretischen Teil der Ausbildung muss natürlich wieder die Schulbank gedrückt werden. Im Oktober hatten wir unseren ersten Schulblock. Zwei volle Wochen lagen vor mir mit neuen Lehrern, Mitschülern und auch unbekannten Fächern.

Gleich in der ersten Woche musste ich bereits mit einem ungeplanten Zwischenfall kämpfen. Am Wochenende zuvor bin ich auf nassen Fliesen ausgerutscht und habe mir das Knie verdreht. Es stellte sich heraus, dass ich mir einen vorderen Kreuzbandriss und einen Innenbandriss zugezogen habe. -DER ABSOLUTE JACKPOT- Zum Schulbeginn waren für 10 lange Tage Schmerzen und Krücken meine besten Freunde. Zu allem Übel, ist unser Klassenraum in der zweiten Etage. Ich bin anfänglich noch mühsam die lästigen Treppen gestiegen, weil natürlich mein Ego es nicht zugelassen hat einen Fahrstuhl zu benutzen. Doch mit einem blöden Fehltritt habe ich schnell gemerkt, dass mein falscher Stolz mich nicht weiter bringt. Also organisierte ich mir bei der Schulleitung einen Schlüssel für den Aufzug und konnte somit das beschwerliche Treppensteigen vermeiden. Das war alles nicht mehr feierlich, so als verletzter Typ mit Krücken und in einigen Situationen auch noch auf die Hilfe seiner Mitschüler angewiesen zu sein. Meine Laune war auf jeden Fall im Keller.

Wie dem auch sei, am Montag startete der erste Turnus. Die Unterrichtsstunden begannen bei jedem neuen Lehrer ganz klassisch. Unsere Lehrer stellten sich vor, wir stellten uns vor und dann bekamen wir eine grobe Gliederung, was uns alles in den 3 Jahren Ausbildung erwartet. Spätestens beim dritten Lehrer hatte ich dann auch alle Namen meiner Mitschüler drauf. :D Um ehrlich zu sein, bin ich echt zufrieden mit den Lehrern und auch mit meinen Mitschülern. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall ein positiver. In den Pausen lernt man sich dann besser kennen und bekommt schnell mit, was für Interessen der Einzelne hat, was sein Antrieb ist und wo potenzielle Stärken und Schwächen liegen könnten.

Doch wie waren denn nun die ersten zwei Wochen Blockunterricht? ...nun ja, am schulischen Ablauf hat sich nicht groß viel geändert. Der Lehrer steht immer noch vorne an der Tafel und versucht uns sein Wissen weiterzugeben. Der für mich größte Unterschied zur bisherigen Schulausbildung liegt darin, dass hier ein anderer Wind weht. In der Berufsausbildung wird Eigeninitiative und Selbstständigkeit größer geschrieben als je zuvor. Den Lehrern ist es zum Beispiel egal wie aufmerksam man ist oder ob man sich Notizen macht. Das klingt hart, ist aber die Wahrheit. Entweder man gibt Gas und versucht so viel Wissen wie nur möglich in den Stunden aufzunehmen, oder man bleibt auf der Strecke und muss sich dann zu Hause mit viel Mühe alles selbst erarbeiten. 


In den zwei Wochen wurden mir Grundlagen bezüglich Kontoarten, Kontoführung, Buchhaltung und rechtliche Rahmenbedingungen gelehrt. Ich war sehr motiviert, denn schnell merkte ich, dass mir diese neuen Kenntnisse in der Praxis das Leben erleichtern würden. Mein Interesse am Lernstoff  wurde geweckt und auch wenn es an einigen Stellen etwas zäh war, fand ich, dass die zwei Wochen wie im Flug vergingen. Die ersten Kontrollen wurden natürlich auch schon geschrieben. Die Resultate der Tests erhalten wir leider erst im zweiten Turnus. Bis dahin muss ich mich wohl noch gedulden. Ich habe zweifellos ein gutes Gefühl und bin überzeugt dass meine Ergebnisse absolut in Ordnung sein werden.

Nach den zwei Wochen hieß es dann erst einmal wieder „Schule Adieu“. Denn die nächste Praxisphase stand an. Also die „Abenteuerreise“ hat so zusagen erst begonnen und ich hoffe, euch weiterhin mit interessanten Episoden unterhalten zu können. 

In diesem Sinne wünsche ich eine angenehme Woche.
Niclas Geißler

Mittwoch, 21. November 2018

Endspurt

Hallo Ihr Lieben,

so langsam neigt sich unsere Ausbildung dem Ende zu und irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl. Es ist fast so, wie der Abschluss von der 10ten Klasse. Auf einmal taucht wieder diese Frage auf: Was passiert danach?

Es sind nur noch 5 Monate bis zur Abschlussprüfung. Während ich das gerade schreibe, wird mir erst einmal bewusst, dass es nicht mehr lange ist. Ehe man sich versieht kommt der Tag der Prüfungen und dann ist alles vorbei. Selbst in der Berufsschule kriegt man es mittlerweile mit, dass alles bald vorbei ist. Erst vorige Woche haben wir unser letztes Thema im Rechnungswesen angefangen. Ich war ein wenig geschockt, denn das heißt, dass wir kurz vor dem Ende stehen und drei Jahre Rechnungswesen endlich geschafft sind. Natürlich folgt danach noch Prüfungsvorbereitung, wie in jedem Fach. Dennoch war es ein sehr komisches Gefühl zu hören, dass wir bald durch sind, denn dann kann es in den anderen Fächern auch nicht mehr all zu lange dauern.

Aber um von der Berufsschule ein wenig weg zu kommen bemerkt man es natürlich auch auf der Arbeit. Wenn ich in unseren Azubiplaner schaue, sehe ich, dass für mich und Dominik nächstes Jahr im Januar, Februar und März sehr viel ansteht. Wir werden noch vier Seminare besuchen, um perfekt für die schriftliche und mündliche Prüfung vorbereitet zu sein. Daneben findet auch noch unser einmonatiges Praktikum statt. Ja, richtig gehört, wir haben schon wieder ein Praktikum vor uns. Diesmal verschlägt es uns in das Altenheim Bethesda und ich bin jetzt schon sehr neugierig, was uns dort erwarten wird und wie es ist, mit älteren Menschen zu arbeiten. Bisher habe ich damit noch keine Erfahrung gemacht. Umso mehr freue ich mich darauf mich dieser Herausforderung zu stellen.

Ob es wirklich so wird, wie ich es mir vorstelle und wünsche, werdet ihr dann erfahren, wenn es so weit ist. Jetzt heißt es erstmal ranklotzen und in der Berufsschule noch ein paar gute Noten holen, damit das Zeugnis im Mai auch etwas hergibt. Ich bin gespannt, ob ich meine Ziele für mein Zeugnis erreichen kann. Und wenn dann alles gut gegangen ist, werde ich im Kundenzentrum nach meiner Ausbildung eingesetzt. Aber das hab ich euch ja das letzte Mal schon erzählt. ;-)

Bis es jedoch soweit ist, wünsche ich Euch eine schöne Zeit.

Bis dahin,
eure Paula