Dienstag, 21. Juli 2020

2,5 Jahre oder doch lieber 3 Jahre Ausbildung?

Hallo ihr engagierten Leser des Azubi-Blog. Nach längerer Zeit hört ihr mal wieder was von mir. Wie ihr im Titel schon lesen könnt, geht es heute um die Frage, ob ich meine Ausbildung verkürze oder doch regulär nach drei Jahren abschließe.

Meine Ausbildung: verkürzt oder regulär?
Ich persönlich habe mir darüber einige Gedanken gemacht, einfach aus dem Grund, da mein Abschlusszeugnis maßgebend für meine berufliche Zukunft ist. Offensichtlich möchte ich somit meine Ausbildung bestmöglich abschließen. Vor der ganzen Pandemie rund um Corona war ich mir ziemlich sicher, meine Ausbildung nach 2 1/2 Jahren gut abschließen zu können, allerdings muss man jetzt auch realistisch sein. Carmen und mir fehlen jetzt gute 2 Monate Berufsschule und das Wissen müssen wir uns ebenfalls selber aneignen, da es keine Aufgaben für zuhause gab. Vielleicht kennen ja einige von euch das Thüringer Schulportal, mit dem Schulen/Berufsschulen jetzt arbeiten, um Arbeitsaufträge im Homeschooling Style zu erteilen. Keine Frage, dass Schulportal ist in der Theorie etwas wirklich gutes, damit Azubis auch von zuhause etwas lernen. ABER: ich denke, dass ich für eine Mehrheit spreche, wenn ich sage, dass ein Lehrer in einigen Fällen doch ziemlich nützlich ist. Vor allem wenn es darum geht, einen Sachverhalt oder ein Themengebiet auf eine andere Art und Weise zu erklären. Dieser doch ziemlich wichtige Aspekt fällt leider während des Homeschooling weg. 

Mit Engagement und etwas Fleiß ist das jedoch trotzdem möglich. In Zeiten von TheSimpleClub, Wirtschaftsfluss und ähnlichen Youtube Kanälen kann man sich so ziemlich für jedes Thema eine zweite oder auch dritte Erläuterung einholen. 

Wäre es nur dies, was wir uns selbstständig erarbeiten müssen - kein Problem, allerdings kommt ja noch ein halbes Lehrjahr hinzu, und zwar rund um das Thema Auslandszahlungsverkehr, Gewinn- und Verlustrechnung im Rechnungswesen etc.

Soooo… genug negative Energie verbreitet, jetzt geht es wieder an das positive Mindset. Ich werde mir natürlich größte Mühe geben, weiterhin die Ausbildung nach 2 1/2 Jahren zu absolvieren, auch unter diesen neuen Bedingungen.
Die IHK wird ebenfalls endgültig entscheiden, ob sie mich vorzeitig Auslernen lassen, sobald sie mein Zeugnis des zweiten Ausbildungsjahres vorliegen haben.

Ihr kennt es ja von mir, ich werde euch auf dem Laufenden halten!
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit mit viel Sonne und wenig Kopfschmerzen!

Euer Niclas

Mittwoch, 15. Juli 2020

Normalität


Liebe Leserinnen und Leser,

nun melde ich mich auch mal wieder aus der Corona Zeit wieder. Langsam kehrt ja wieder etwas Normalität ein. Wir sitzen seit einiger Zeit nicht mehr in einem Einzelbüro, sondern haben einen Plexiglasscheibe zwischen zwei Arbeitsplätzen. Auch außerhalb der Arbeit normalisiert sich wieder vieles.

Na, dann mal kurz etwas zu meinem Tagesablauf. Ich bin weiterhin in der Marktfolge Passiv eingesetzt und unterstütze die Mitarbeiter dort, wo ich nur kann. Bei uns gibt es immer viel zu tun und es wird jede helfende Hand benötigt.

Es hat sich auch privat etwas geändert. Ich gehöre dieses ja auch zu den Leuten, die Ihren Geburtstag in der strengen Corona Zeit hatten. Und dann war es auch noch der 18. Geburtstag. Auch meine Kollegen in der Abteilung haben daran gedacht. Mein Arbeitsplatz war schön geschmückt und ich habe auch etwas Kleines bekommen. Darüber habe ich mich natürlich in dieser besonderen Zeit, ohne große Feier, auch sehr gefreut.

Nach meinem Geburtstag wäre ich eigentlich im zentralen Vertrieb eingesetzt gewesen, aber aufgrund dieser besonderen Zeit, bin ich ja weiterhin in der Marktfolge Passiv eingesetzt. Mir gefällt es hier auch weiterhin sehr gut und ich lerne auch täglich etwas Neues. Es ist also nicht so, dass man sich nur mit den Aufgaben beschäftigt, welche man schon gelernt hat, sondern es wird auch versucht, einen so vieles wie möglich beizubringen. Wenn man viel Neues lernt ist das auch gut für die Mitarbeiter, diese können sich auch die schwierigeren Dinge konzentrieren und man kann Ihnen einfach helfen.

Deshalb muss ich sagen, dass ich sehr froh bin hier in dieser Abteilung, über die Corona Zeit, zu sein. Und mich mit neuen Aufgabenstellungen und auch Schwierigkeiten auseinander zusetzten.

Leute haltet die Ohren steif, bleibt gesund und stay home.

Wir hören uns bald wieder!

Eure Jenny

Mittwoch, 8. Juli 2020

Seminar, Klappe die Zweite

Vom 25. bis 29. Mai hieß es für Jenny und mich auf ins zweite Abenteuer „Seminar“. Wenn auch etwas anders als geplant, denn nach wie vor finden Seminare nicht als Präsenzveranstaltung statt, sondern werden über eine Telefonkonferenz in Kombination mit einem „Webinarraum“ gehalten. Somit sind wir den Sonntag vor Beginn also nicht hoch nach Rendsburg gefahren, sondern am Montag ging es an unsere Arbeitsplätze in der Bank. Die Woche davor hatten wir per E-Mail schon einmal die Zugänge erhalten, doch wie wir uns das vorstellen konnten, wussten wir nicht.

Das Thema lautete im Übrigen „Liquidität“. Grob zusammengefasst haben wir also zuerst allgemeine rechtliche Grundlagen besprochen und sind dann über gegangen zur Kontoführung. Dabei haben wir insbesondere die Führung „besonderer“ Konten thematisiert, beispielsweise Konten von Minderjährigen oder von Notaren, die für ihre Kunden ein Konto führen – sogenannte Anderkonten. Dann haben wir uns noch mit der Geldanlage, insbesondere der staatlichen Förderung von speziellen Geldanlagen, beschäftigt. Jeder von euch hat sicherlich bereits etwas von der Riesterrente gehört. Diese war beispielsweise Thema, ebenso wie das Bausparen und somit auch die Wohnungsbauprämie. Ihr könnt euch jetzt wohl in etwa vorstellen wie viel Informationen wir innerhalb einer Woche bekommen haben. Und ich bin wirklich froh, dass wir das meiste davon schon einmal in der Berufsschule hatten.

Apropos Berufsschule: Nach dem wir den letzten „Block“, welcher nur aus einem Tag in der Schule bestand, beendet haben, kann ich euch dazu nun auch mehr sagen. Die restlichen Tage haben wir mit Aufgaben für die einzelnen Lernfelder somit von zu Hause aus gearbeitet. Für den nächsten Block haben wir zwar auch noch verkürzten Unterricht, aber zumindest lässt sich eine Tendenz Richtung Alltag vermuten. Sieht man mal von der Maskenpflicht in den Fluren und der Tatsache, dass unsere sowieso schon kleine Klasse nochmals geteilt worden ist, ab.

Aber zurück zum Seminar. Unser erstes Seminar hatten wir ja zu den Grundlagen der Beratung und ich war doch etwas überrascht als wir auch in diesem Seminar wieder Beratungsgespräche zur Kontoführung und Anlage auf Konten hatten. Ich bin zumindest anfangs davon ausgegangen, dass es bei den Seminaren eine strickte Trennung gibt. Warum kann ich euch auch gar nicht so genau sagen. Aber ich bin froh darüber, dass es nicht so ist, denn so konnten wir auch dieses Seminar noch mal als Übung für unsere mündliche Prüfung nutzen und das gefestigte Fachwissen direkt anwenden. Mein Resümee zum Webinar ist also alles in allem positiv, aber verglichen zu unserem ersten Seminar ist es natürlich etwas ganz anderes. Es war schon etwas komisch zwar eine Woche lang immer wieder in Gruppen zusammen zu arbeiten, aber trotzdem kein Gesicht zu den einzelnen Stimmen zu haben.

Auch war es für unsere Seminarleiterin immer wieder schwierig, uns die Inhalte so zu vermitteln, wie Sie es normalerweise machen würde, wenn wir mit Ihr in einem Raum gewesen wären, da die Gruppenarbeiten immer viel Zeit, allein schon durch die Technik, in Anspruch nahmen. Die Technik funktionierte, insbesondere bei Jenny und mir, meist nicht ganz so, wie sie sollte. Entweder wir wurden aus der Telefonkonferenz geworfen oder aus dem „Webinarraum“. Bei mir kamen die Gruppenanrufe, die über WhatsApp liefen, meist nicht einmal durch. Deshalb haben wir dann, nach Rücksprache mit unserer Personalerin, ab Mittwoch von zu Hause ausgearbeitet, da lief dann auch die Technik. Dort verging die Zeit auch wie im Flug und plötzlich war Freitag 14 Uhr und wir haben die E-Mail mit den Zugangsdaten zur Klausur bekommen. Beim letzten Seminar sind wir ja noch darum herum gekommen eine Klausur schreiben zu müssen, aber dieses Mal hieß es 45 Minuten lang volle Konzentration. Ich bin immer noch der Meinung, dass Ankreuzaufgaben nicht unbedingt leichter sind, also eine offene Fragestellung, auf die man antworten muss. Denn gerade bei der Fragestellung der IHK kommt es auf jedes kleine Wort an und wenn man dann durch die Nervosität oberflächlich wird, kann das durchaus schief gehen.
Meine Devise war also in Ruhe die Frage und die möglichen Antworten durchlesen und dann, sollte ich es nicht direkt wissen, über das Ausschlussprinzip gehen.


Mittlerweile haben wir auch unser Zertifikat mit dem Ergebnis der Klausur bekommen und scheinbar war meine Methode gar nicht mal so verkehrt.

Dann bis zum nächsten mal,
Eure Viktoria

 

Mittwoch, 1. Juli 2020

In Krisen muss man improvisieren, um zum Ziel zu kommen…

Hallo ihr Lieben,

ich bin zurzeit im letzten Schulturnus vor meinem dritten Lehrjahr. Und ehrlich gesagt bin ich ziemlich erleichtert, dass das zweite Lehrjahr vorbei ist: Es war das turbulenteste und gleichzeitig einflussreichste bisher.

Zuerst einmal hatten wir ja den Schulwechsel von Gera nach Jena hinter uns. Neue Schule heißt neue Lehrer und mit denen kommen bekanntlich auch andere Aufgabenstellungen, andere Erwartungshorizonte, etc. Und kaum hat man das geschafft, wird sämtlicher Schulbetrieb ab März bis auf weiteres ausgesetzt, dank Corona. Das war für mich gleich doppelt ungünstig. Warum?

Wie ihr ja wisst, möchte ich gern meine Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzen, sodass ich schon zum Jahreswechsel ausgelernt habe. Dafür mussten sowohl mein Arbeitgeber, die Schule und die IHK zustimmen. Zwei von drei hatte ich schon, nur die Entscheidung der IHK fehlt noch, die sollte anhand des Ergebnisses der Zwischenprüfung getroffen werden. Alles lief glatt, bis diese ebenso ausfiel #itscoronatime. Au weia… Und wie geht es jetzt weiter? Nach einiger Ungewissheit kam dann aber endlich eine Lösung: Die IHK wird ihre Entscheidung anhand der Noten meines zweiten Lehrjahres treffen.

Okay, dachte ich mir im April. Die Gymnasien und Regelschulen haben größtenteils wieder geöffnet, das wird bei uns auch bald so sein und die ausgefallenen Wochen werden bestimmt nachgeholt. Nicht wahr?

Hm, nicht ganz. Aber Ende Mai konnte zumindest dort weitergemacht werden, wo aufgehört worden war. Wie ich letztens schon geschrieben hatte, haben wir ja derzeit einen geteilten Turnus: eine Woche Präsenz in der Schule, dann eine Woche Distanzunterricht. Das bedeutete aber auch, dass uns im Endeffekt nur eine Woche Zeit blieb, um Endnoten zu bilden. Ich muss euch nicht sagen, dass in den paar Wochen seit Lehrjahrbeginn (erste Schulwoche war im Oktober) nicht viele Noten in den einzelnen Fächern zusammengekommen sind. Da ist für Patzer kein Platz.

Aber es ist ja alles noch mal gut gegangen und seit Montag habe ich nun endlich die Endnoten und was soll ich sagen? Es ist mir gelungen, meinen Schnitt (fast) zu halten. Zugegeben, so ganz hatte ich das nicht erwartet, aber dafür war das Gefühl nur umso schöner. Da trifft es sich gut, dass ich am Ende der Schulwoche Geburtstag habe, dann kann ich gleich mit meiner Familie anstoßen.

Und auch auf Arbeit kehrt langsam wieder Normalität in der Ausbildung ein: Anfang letzter Woche hatten wir Azubis ein Gespräch mit unseren Ausbildern, wie und wann die ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt werden. Die erste wird das Gespräch über Bausparen sein. Für Jenny und Viktoria wird das ganze wie gewohnt als Videogespräch abgehalten, aber Niclas und ich werden unser erstes Livegespräch halten. Dabei liegt der Schwierigkeitsgrad natürlich höher, denn man ist erstens aufgeregt (also ich zumindest) und man kann auch nicht noch einmal von vorne anfangen, wenn man sich irgendwo in der Struktur verheddert oder einen Fehler gemacht hat. Also genauso, wie in der mündlichen Prüfung und natürlich dann später im Berufsleben.

Wenn ich aus der Schule wiederkomme, gehe ich wieder in die Anlageberatung. Dort war ich ja vor Corona schon einmal kurz, aber aus verschiedenen Gründen effektiv nur anderthalb Wochen dort. Das reicht natürlich bei weitem nicht, daher ist es gut, dass das jetzt aufgeholt wird.

In jedem Fall bin ich neugierig, wo ich in einem halben Jahr stehe, in vielerlei Hinsicht ;)

Bis zum nächsten Mal!

Eure Carmen