Mittwoch, 25. September 2019

Start in die Ausbildung

Hallo liebe Blogleser, 

ich bin eine der Neuen Azubis in der Runde und darf heute meinen ersten Beitrag verfassen. Wie ihr sicherlich wisst, unterstützen die Azubis die ersten 4 Wochen der Bankausbildung die Kollegen bei der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen eG. Ich möchte euch heute einen kleinen Einblick in diese Zeit geben: 

Rückblick: Bewerbungsgespräch
Frau Ludwig: „… Bevor Sie Ihre Ausbildung bei uns beginnen, ist es von uns als Bank angedacht, dass unsere Azubis ein vierwöchiges Praktikum in der Agrargenossenschaft Buchheim Crossen machen. Wäre das für Sie ein Problem?“. Mein erster Gedanke, als ich Agrargenossenschaft hörte, waren süße, flauschige Kälber, die in dick mit frischem Stroh eingestreuten Boxen liegen, hier und da ein Traktor und ich mittendrin, wie ich viele kleine Kälber streichle. Allerdings kam alles etwas anders: Kälber gestreichelt habe ich in den vier Wochen vielleicht insgesamt 30 Minuten und danach hatte ich immer irgendwo Mist an mir. Mit etwas Glück klebte er nur an der absolut nicht figurschmeichelnden, grünen Latzhose. Diese haben wir ebenso wie die quietschgelben Gummistiefel von der Agrargenossenschaft an unserem ersten Tag bekommen.  

  
Aber nun von Anfang an:
Nachdem wir am 01.08. unseren ersten Tag in der Volkbank hatten, ging es am nächsten Tag gleich nach Etzdorf zur Agrargenossenschaft. 7:15 Uhr kamen wir an und machten uns erstmal auf die Suche nach einem Ansprechpartner. Gar nicht so einfach, wenn es gefühlt 20 Eingangstüren gibt und man nie genau weiß, was sich dahinter verbirgt. Zu Beginn starteten wir mit einer "Hof"-Rundfahrt. Mit Hof sind in diesem Fall mehrere Standorte gemeint, wobei wir nicht einmal ansatzweise alle anfahren konnten, da es einfach zu viel Zeit gekostet hätte.

Nach der Rundfahrt ging es dann endlich los mit unseren eigentlichen Aufgaben. Jenny wurde mit einer Schürze ausgerüstet und kam ins Housekeeping. Ich bewaffnete mich mit zwei Buttermessern und zwei 5 Liter Eimern und lernte meinen Endgegner für die nächsten 6 Tage kennen – das Unkraut! Mein Fazit nach den Tagen: man entwickelt ein verdammt gutes Auge, wo noch überall Unkraut gezupft werden muss. 😀 Ihr könnt euch also vorstellen wie groß meine Freude, als bekennendes Pferdemädchen war, als nach den Tagen endlich die Reitanlage in Etzdorf auf unserem Praktikantenplan stand.

12.08.2019 7:00 Uhr Reitanlage  Etzdorf 

Als wir bei der Reitanlage ankamen, wurden wir gleich in die Arbeit eingespannt. Es fing damit an, dass erst einmal alle Pferde auf die Koppel gebracht werden müssen... Und bei ca. 50 Pferden kann das schon mal 1 ½ Stunde dauern. Danach ging es für uns weiter mit den Heunetzen. Dafür brauchten wir als ungeübte „Heunetzstopfer“ zwischen 3 ½ und 4 Stunden. Heunetze stopfen klingt zwar einfach, aber ihr habt keine Ahnung wie schwer so eine Heugabel sein kann. Natürlich gab es auch noch eine Menge an anderen Aufgaben. Aber besonders Spaß, hatten wir beim kärchern der Fahrzeuge. 😉
Nach 8 Tagen "Ponyhofromantik" ging es nun mit der Milchviehanlage in Buchheim weiter. Ihr erinnert euch an meine Vorstellung vom Anfang? Kälbchen streicheln und so? … Nun ja, sagen wir es so: Auch Milchviehanlagen haben Unkraut und vor allem eine Menge Mist! Das schockierende für mich an diesem Tag war aber nicht, dass der Mist dieser kleinen, niedlichen Kälbchen einfach nur bestialisch stinkt, sondern das wir die kommenden Tage bereits 6:00 Uhr anfangen mussten. Es folgten somit sechs Tage an denen ich mich zu unchristlichen Zeiten aus meinem Bett quälte und wenig später mehr oder weniger wach in mein Auto stieg. Und das um dann Boxen zu kärchern, sodass mir der Mist nur so um die Ohren flog oder Kälberboxen zu misten, wobei in regelmäßigen Abständen mein Frühstück wieder anklopfte.

Aber nun zu meinem Fazit:
Ich möchte an dieser Stelle erstmal meinen vollsten Respekt an die Mitarbeiter richten, die den Job jeden Tag und jedes Jahr machen. Für mich wäre das auf jeden Fall nichts. Meinen Bürojob und den Arbeitsbeginn habe ich auf jeden Fall in dieser Zeit zu schätzen gelernt. Ich für meinen Teil habe, insbesondere durch die Zeit in der Milchviehanlage, aber auch noch etwas ganz anderes mitgenommen. Achte darauf wen du unterstützt! Es muss nicht immer die Milch für 0,63€ sein, wenn ich mit einem Griff weiter links ins Regal und 0,52€ mehr, sowohl das Tierwohl, als auch die Menschen, die dahinter stehen, unterstützen kann. Und darauf werde ich auch in Zukunft achten und das nicht nur bei der Milch.

In diesem Sinne… Das war schon wieder mein erster Beitrag.
Ich wünsche euch eine schöne Zeit.
Viktoria.